“Gingr“ – so heisst die neuste Erotik App. Und diese hat es in sich: Diese App soll zwischen Freier und Prostituierten vermitteln. Somit hält nun die Sharing Economy, das sogenannte Mitmach-Internet, einzug ins Rotlicht. Diese App soll insbesondere den Buchungsprozess zwischen Freier und Prostituierten sicherer machen und auch Transparenz schaffen.

Mit wenigen Klick sollen sich Freier willige Gespielinnen in der Umgebung anzeigen lassen können. Auch soll die angebotene Dienstleistung klar deklariert sein. Diese App schafft daher Transparenz in das Rotlicht-Business. Und gemäss den Machern von Gingr sollen auch Fake-Profile schnell erkannt und gesperrt werden.

Gingr Promo from Gingr GmbH on Vimeo.

Und wer weiss, vielleicht sind dank dieser App nun die Prostituierten auch besser von Übergriffen geschützt. Allerdings gibt es noch einige offene Fragen, die interessieren: Wie läuft der Zahlungsprozess genau ab und wieviel Gebühren verlangt Gingr. Und zahlt der Freier oder die Prostituierte diese Gebühr? Die Frage ist auch ob diese App legal ist oder unter irgendeine Regulierung fallen wird. In den USA beispielsweise musste das sogenannte Redbook, eine Art Facebook ausschliesslich für Prostituierte, aus juristischen Gründen nach Intervention von Gerichten eingestellt werden.

Aber dass diese Branche heiss auf Innovation aus dem Internet ist, belegen zahlreiche Studien. Gemäss Professor Sudhir Venkatesh von der Columbia Universität [1] verfügen inzwischen 83% der Frauen aus dem horizontalen Gewerbe in New York einen Auftritt auf Facebook. Wobei dieser natürlich auch für Kundenaquiese und Kundenpflege genutzt wird. Inzwischen wird dieser Wert wohl noch viel höher sein.

Das Interessante an diesem Startup ist in jedem Falle die Skalierbarkeit. Sollte der Betrieb dieser App in der Schweiz juristisch nicht durchführbar sein, lässt sich dieser Dienst wohl sehr gut in anderen Ländern einsetzen. Denn Prostitution findet überall statt. Ob legal oder illegal. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass je legaler und liberaler dieses Thema behandelt wird, dass dann die Frauen auch besser vor Übergriffen geschützt sind, medizinisch besser versorgt werden und der Staat ja vielleicht sogar Steuern auf diese Dienstleistung erheben kann.

[1] http://www.ksta.de/studie-viele-prostituierte-werben-auf-facebook-11926616
[2] Video Gingr App

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