«Almost There» erzählt von drei Männern, die sich im Herbst ihres Lebens nochmals auf die Suche machen. Bob tauscht sein sicheres Zuhause gegen ein Wohnmobil und forscht in der unwirtlichen Wüste Kaliforniens nach dem Kerl in sich. Dragqueen und Standup-Comedian Steve hat genug vom garstigen England und versöhnt sich in den Betonburgen Benidorms mit seiner Vergangenheit. Und Yamada gewinnt durch das Vorlesen von Kinderbüchern in Tokyo sein Lächeln zurück. «Almost There» von Jacqueline Zünd ist ein Schweizer Film über Zeit, Würde und Vergänglichkeit.

Was geschieht, wenn man zum ersten Mal den Vorhang lüftet und einen Blick auf die Kulissen des letzten Akts des eigenen Lebens wirft? Die Zürcher Regisseurin Jacqueline Zünd inszeniert nach ihrem vielfach preisgekrönten Erstling «Goodnight Nobody», in dem sie atmosphärisch dicht dem Zustand der Schlaflosigkeit nachspürte, auch hier gekonnt kondensierte Wirklichkeit, herausdestilliert aus jahrelangen, intensiven Recherchen. Sie widmet sich einer Stimmung von sanfter Melancholie sowie der Erfahrung existenzieller Einsamkeit, in der die Menschen ganz auf sich selbst zurückgeworfen sind. Denn ihren Protagonisten stellt sich die Frage, wer man ist, wenn plötzlich alle sinnstiftenden Elemente wie Arbeit, Kinder oder Lebenspartner wegbrechen. Wie begegnet man dem Gespenst der Nutzlosigkeit in unserer arbeitsorientierten, von protestantischer Ethik geprägten Gesellschaft? In stilisierten, sorgfältig arrangierten Bildern von ausgesuchter Schönheit entsteht so eine zarte Studie darüber, wie nahe Leere und Erfüllung oft beieinanderliegen.

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