Die Traditionelle Chinesische Medizin – kurz TCM genannt – blickt auf eine Entstehungsgeschichte von fast 2000 Jahren zurück. Ihre therapeutischen Verfahren, darunter die berühmte Akupunktur, hat sich in den letzten Jahrzehnten weltweit verbreitet und erfreut sich als Ergänzung und Alternative zur westlichen Schulmedizin großer Beliebtheit. Als Ursache für Erkältungen sieht die TCM vor allem die Elemente Wind, Kälte und Feuchtigkeit.

Woher kommen akute und chronische Erkältungen?

Die Traditionelle Chinesische Medizin kommt vor allem dann ins Spiel, wenn Erkältungen häufiger als dreimal im Jahr vorkommen und die jeweilige Erkrankungsdauer länger als zwei Wochen beträgt. Nach chinesischer Sicht handelt es sich in solchen Fällen nicht mehr nur um reine Vireninfekte, sondern eine Manifestierung von vorhergehenden Erkältungen, die im Körper verweilt sind. Durch diese sogenannten pathogenen Faktoren wirkt sich ein akuter Infekt stärker und länger aus. Neben den klassischen Erkältungssymptomen können Mattheit, Verdauungsstörungen und allgemeine Erschöpfung einhergehen. Die Traditionelle Chinesische Medizin ist der Ansicht, dass die erwähnten krankmachenden Faktoren zu viel Trockenheit, zu viel Feuchtigkeit oder Stagnation von Schleim und Blut sind. Hat sich einer dieser Faktoren im Körper festgesetzt, steigt die Anfälligkeit für Erkältungen enorm.

Welche Heilmethoden bietet die TCM?

Die häufigste Ursache für Erkältungen ist Kälte, die zu tief in den Körper eingedrungen ist. Leichtes Fieber, Enge in der Brust und eine laufende Nase sind die ersten Anzeichen, bei denen sofort gehandelt werden soll, um den Krankheitsverlauf möglichst kurz zu halten. Eines der beliebtesten Heilmittel der TCM ist Ingwer. Als Tee zubereitet bekämpft die wärmende Pflanze die kalten Pathogene. Der Ingwertee fördert das Schwitzen und macht Appetit, was hilft bei Kräften zu bleiben. Das Einreiben der Brust mit der traditionellen Salbe Tiger Balm hilft auf mehreren Ebenen gegen Erkältungsbeschwerden. Die darin enthaltenen Wirkstoffe Cajeput und Pfefferminze lösen festsitzenden Schleim, ätherisches Nelkenöl wirkt schmerzlindernd, Menthol befreit den Kopf und lässt entzündetet Schleimhäute abschwellen und Kampfer steigert die Durchblutung.

Chinesische Medizin

Wie kann weiteren Erkältungen vorgebeugt werden?

Damit der Körper weniger anfällig für Erkältungen wird, dürfen laut Traditioneller Chinesischer Medizin die pathogenen, krankmachenden Faktoren gar nicht erst in den Körper eindringen. Um die Schleimhäute im Winter von der Austrocknung durch Heizungsluft zu bewahren, empfiehlt sich viel Bewegung an der frischen Luft. Gut befeuchtete Atemwege sorgen für eine bessere Verteilung der Abwehrkräfte an der Oberfläche. Bei Spaziergängen im kalten Wetter sollte vor allem der Nacken vor Kälte und Wind gut geschützt werden. Die Durchblutung der Haut kann mit Wechselduschen oder Saunabesuchen verbessert werden. Zudem gilt in der TCM Holunderbeersaft, der kalt oder warm getrunken werden kann, als Mittel zur Vorbeugung von Erkältungen, da er die Oberfläche reinigt und so aktiv gegen das Eindringen von schädlicher Kälte vorgeht.

Weitere Informationen und spezielle Beratung im Krankheitsfall kann beispielsweise beim Schweizer Fachverband für TCM gefunden werden.

Print Friendly, PDF & Email