Für viele Menschen stellt ein eigenes Haus nach wie vor die grösste Investition ihres Lebens dar. Zu Recht: Ein Eigenheim bietet nicht nur ein Zuhause sondern auch finanzielle Wertbeständigkeit in turbulenten Zeiten. Häufig wird ein Kredit zum Hausbau aufgenommen, welcher dann über mehrere Jahrzehnte abbezahlt wird. Da man meistens vorhat, für den Rest seines Lebens in diesem Haus zu verbringen, sollte bei der Planung und dem Bau nichts dem Zufall überlassen werden.

In diesem Artikel gibt es eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten, die es beim Hausbau zu beachten gilt. Aufgeteilt von grundlegenden Überlegungen über die Finanzierung und Planung bis hin zur baulichen Durchführung.

Grundlegende Fragen

  • Wo möchte man überhaupt leben (falls es noch kein Grundstück gibt)?

Die wichtigsten Punkte, die es zu beachten gilt sind die Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten, ärztliche Versorgung, ev. Entfernung von Schulen und anderen Bildungsmöglichkeiten, Anbindung an Bus und Bahn, Entfernung zum Arbeitsplatz und die eventuelle Lage in einer Hochwasser- oder Gefahrenzone.

  • Welche baurechtlichen Bestimmungen gilt es zu erfüllen?

Zu diesem Punkt gehören beispielsweise die Bauhöhe oder Bebauungsdichte, aber auch streng regulierte bürokratische Abläufe. Hier sollte nach Vorschrift vorgegangen werden, um spätere Probleme mit den Behörden zu vermeiden.

Finanzierung

  • Wie viel Eigenmittel bringt man zur Finanzierung mit ein?

Falls die Eigenmittel nur begrenzt vorhanden sind, kann es lohnend sein, sich nach Förderungen umzuschauen, die viele Städte und Länder anbieten.

  • Wie viel Geld stellt die Bank zur Verfügung?

Die meisten Banken bemessen den zu vergebenden Kredit nach der Einkommens- und Familiensituation. Je gesicherter und höher das Einkommen, desto besser auch der Kredit.

Planung

  • Wie gross soll das Haus werden und wie viele Zimmer soll es haben?

Die wohl grundlegendste Entscheidung. Manche bevorzugen es eher gross und geräumig, andere klein und gemütlich. Je grösser das Haus, desto höher in der Regel auch die Kosten.

  • Wie stellt man das Haus am besten auf das Grundstück?

Hier sind besonders wichtige Punkte wie Nord- oder Südlage zu beachten. Falls man vorhat alternative Energien wie zum Beispiel Sonnenenergie zu nutzen, sollte das Haus eine Ausrichtung nach Südwesten haben. Auch ein Garten sollte nach Südwesten ausgerichtet sein.

  • Wo steht der Grundwasserspiegel?

Je nach Stand kann der Grundwasserspiegel bei der Errichtung eines Kellers erhebliche Mehrkosten verursachen!

  • Welche Wohnwünsche haben die Beteiligten?

Die Wohnwünsche aller Beteiligten sollten genau überlegt und festgehalten werden. Dazu gehören beispielsweise die Raumgrössen, Raumhöhen, die Nutzung der Räume oder auch Platz für Haustiere.

  • Welchen Baustil soll das Haus haben?

Mediterran, amerikanisch oder französisch – Die Baustile sind so verschieden wie die Kulturen auf dieser Welt. In bestimmten Gemeinden gibt es jedoch für den Baustil rechtliche Vorschriften.

  • Welche Dachform soll das Haus haben?

Flachdach, Pultdach oder doch lieber Satteldach? Die Besichtigung von anderen Häusern hilft bei der Entscheidung.

Durchführung

Vor dem Beginn der Bauarbeiten muss bei der zuständigen Baubehörde eine Baugenehmigung abgeholt werden. Den Antrag auf Baubewilligung übernimmt meist der beauftragte Bauführer oder Architekt.

Bei der Durchführung des Hausbaus gibt es drei Möglichkeiten:

1. Übergabe des Projekts an einen Generalunternehmer

Mit einem Generalunternehmer wird ein Vertrag über einen vorher festgelegten Preis und Fertigstellungstermin geschlossen. Der Generalunternehmer ist verantwortlich für die Einhaltung der Termine, die Qualität und etwaige Kostenüberschreitungen.

2. Übergabe der Bauleitung an Architekten oder Bauführer

Es wird ein Architekt oder Bauführer zur Organisation der Handwerker und Überwachung des Baus angestellt. Man selbst trägt jedoch nach wie vor die Verantwortung über Kosten und die Einhaltung von Terminen.

3. Auftragsvergabe an Handwerker

Man kümmert sich selbst um die Organisation und Koordination der Dienstleister, sowie die Kontrolle der Leistung.

Grundsätzlich macht es Sinn, bei egal welchem Bauvorhaben mehrere Kostenvoranschläge von verschiedenen Anbietern einzuholen. Die Verträge sollten genaue Leistungsbeschreibungen beinhalten. Ausserdem sollte man nicht vergessen, die Nachbarn über das Bauvorhaben und mögliche Lärmbelästigungen zu informieren.

Das Führen eines Bautagebuchs, in dem man Termine und Qualität der Arbeit festhält, ist unerlässlich. Am besten dokumentiert man Fortschritte auch mit Fotos, falls es zu späteren Komplikation oder rechtlichen Streitigkeiten kommt.

Auf dem langen Weg von den ersten Planungsskizzen bis zum fertigen Eigenheim sind zahlreiche Entscheidungen zu treffen, die letztlich für viele Jahre die Wohnsituation bestimmen werden. Daher sollte man sich ausreichend Zeit lassen und alle Schritte gründlich durchgehen. Geht man mit Sorgfalt vor und investiert die nötige Zeit und Mühe in den Hausbau, hat man ein Heim, in dem es sich viele Jahre zu leben lohnt.

Adressen zum Thema Hausbau:

Bauszene.ch
Hbq-bauberatung.ch

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