Yoga boomt seit Jahren. Mittlerweile haben viele Wellnesshotels in der Schweiz neben Massagen und Saunas auch Yoga im Programm, um ein ganzheitliches Wohlfühlprogramm zu bieten. Für seine Anhänger, die sich selbst Yogis nennen, handelt es sich bei Yoga um weit mehr als eine Sportart. Sie schätzen daran besonders die ganzheitliche Ausrichtung, denn Ziel ist es unter anderem, Seele, Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Die erste Yogaschule wurde 1949 in der Schweiz gegründet. Die Ungarin Elisabeth Haich und der Inder Selvarajan Yesudian trafen sich bei Yoga-Vorträgen in Ungarn und flüchteten 1948 in die Schweiz, nachdem das kommunistische Regime deren Yogaschule in Budapest geschlossen hatte. Zwischen 1949 und 1955 eröffnete das Paar mehrere Yogaschulen in der Schweiz, unter anderem in St. Gallen, Lausanne und Tessin, und legte damit den Grundstein für den bis heute anhaltenden Yoga-Boom.

Seit mehreren Jahren setzen sich vermehrt Studien mit den Effekten von Yoga auf den Körper und diverse Erkrankungen auseinander. Die europäische Wissenschaft zeigte schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts starkes Interesse an der sogenannten Indologie, der geisteswissenschaftlichen Disziplin zur Beschreibung und Erklärung der Kulturen, Sprachen und Geschichte des indischen Kulturraumes. Seitdem wurde eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien veröffentlicht, die etwa belegen, dass Entspannungstechniken wie Yoga zur Stabilisierung der Gesundheit beitragen sowie die kognitiven Fähigkeiten steigern können. Voraussetzung für einen positiven Einfluss von Yoga auf den Körper ist allerdings, dass man die Übungen regelmäßig durchführt.

Yoga aktiviert Beckenbodenmuskulatur

Da durch Yoga-Übungen im Gegensatz zu vielen anderen sportlichen Aktivitäten auch die tiefen Muskelschichten erreicht werden, eignen sie sich besonders gut, um den Beckenboden zu trainieren. Dessen Wichtigkeit für den menschlichen Organismus wird oft unterschätzt. Dabei tragen die Muskeln und Bänder sowie das Bindegewebe des Beckenbodens die Beckenorgane und sorgen dafür, dass sich der Mensch im aufrechten Gang fortbewegen kann. Beckenbodenübungen sind ein effektives Training zur Stärkung der Muskulatur. Abwechselnde An- und Entspannungsphasen der Beckenbodenmuskulatur sorgen für eine stabile Körpermitte. Die Übungen können ganz einfach in den Alltag integriert werden, ohne das es jemand merkt.

Für ein ganzheitliches Training ist Yoga also eine gute Wahl. Für die ersten Übungen braucht man nur wenige Hilfsmittel und schon kann man leichte Asanas – so nennt man die verschiedenen Körperstellungen beim Yoga – durchführen.

Bildrechte: Flickr Child’s Pose | Balasana Anne Wu CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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