Im letzten Jahr bekamen wir einen Granatapfelbaum und einen Feigenbaum geschenkt. Wir haben sie direkt eingepflanzt. Ob die beiden Bäumchen den Winter schadlos überstanden haben und es weiterhin schaffen werden, in unseren gemässigten Breiten zu überleben und Früchte zu tragen, kann ich Ihnen noch nicht sagen. Aber die Chancen stehen besser denn je. Vielleicht werden wir in wenigen Jahren auch in unseren Gärten und Parks im Freiland Palmen, Gummibäume, exotische Blumen und Pflanzen kultivieren.

Die Klimaveränderung und unsere Natur

Die Sommermonate 2018 waren die wärmsten Monate in der Schweiz seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Ähnlich niederschlagsarm wie im Jahr 2018 war es zuletzt im Jahr 1921. Der massive Temperaturanstieg ist ein deutliches Zeichen der aktuellen Klimaveränderung. Die Dürre und Hitze zogen auch die Natur in Mitleidenschaft. Ganze Landschaften verdorrten, es kam zu Waldbränden, Ernteausfällen und Hitzeschäden.

Nachdem die Regentonnen leer waren, stellten wir deshalb die künstliche Bewässerung in unserem Garten grösstenteils ein. Nur noch die Tomaten- und Himbeerpflanzen kamen in den Genuss kostbaren, frischen Leitungswassers.

Temperatur, CO2-Konzentration, UV-Strahlung und Wasser

Die Temperatur, die Konzentration an Kohlendioxid (CO2), die Intensität der UV-Strahlung und die Wasserversorgung haben einen grossen Einfluss auf das Pflanzenwachstum.

  • Temperatur:
    Unterschiedliche Pflanzen brauchen verschiedene Temperaturen, um optimal zu gedeihen. Je nach Pflanzenart kann eine Temperaturerhöhung positive oder negative Auswirkungen auf den Ertrag und das Wachstum haben.
  • CO2-Konzentration:
    Eine höhere CO2-Konzentration in der Luft führt jedoch bei allen Pflanzen zu gesteigerten Photosynthese- und Wachstumsraten.
  • UV-Intensität:
    Pflanzen lassen sich einteilen in Schatten- und Sonnengewächse. Schattengewächse benötigen wenig Sonnenlicht und UV-Strahlung, zu viel Sonneneinstrahlung kann die Pflanzen schädigen und regelrecht verbrennen. Sonnengewächse hingegen brauchen viel Sonnenenergie fürs Wachstum.
  • Wasser:
    Um zu gedeihen, benötigen alle Pflanzen Wasser. Wenn die natürlichen Niederschläge nicht mehr für das Wachsen und Gedeihen der Blumen und Pflanzen ausreichen, muss der Wasserbedarf durch künstliche Bewässerung sichergestellt werden.

Gartenplanung auf neue klimatische Umstände anpassen

Klimatisch müssen wir uns weiter auf steigende Temperaturen, aussergewöhnliche Wetterextreme mit Dürreperioden aber auch auf unwetterartigen Starkregen im Sommer sowie weniger Schnee und Frost im Winter einstellen. Vermutlich wird sich auch die Vegetationsperiode verlängern. Entsprechend können wir auch bei der Gartenplanung die sich ändernden Umstände berücksichtigen. Durch intelligenten Gartenbau können beispielsweise Vorkehrungen getroffen werden, damit die Böden mehr Feuchtigkeit speichern können und bei starken Niederschlägen weniger erodieren. Vor allem in Hanglagen ist dies ein wichtiger Aspekt. Ausserdem können Bäume, Sträucher, Stauden, Blumen und Pflanzen entsprechend gewählt werden, dass sie zu den veränderten klimatischen Gegebenheiten passen. Beim Gemüse- und Obstanbau können künftig vermehrt Sorten angebaut werden, die bislang nur südlich der Alpen oder im Mittelmeerraum wuchsen.

Und vielleicht ernten wir bereits in diesem Sommer Oliven, Granatäpfel und Feigen in unserem Garten. Wer weiss?

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Titelbild CC0 Public Domain via Unsplash

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