Das Stihia-Festival in Usbekistan lenkt die Aufmerksamkeit auf die dramatische Wasserknappheit im ausgetrockneten Aralsee. Wo heute getanzt wird, war vor rund 60 Jahren der viertgrößte Binnensee der Welt. Die Reportage von ARTE Tracks begleitet den Fotografen und Dokumentarfilmer Timur Karpov, der seit über 10 Jahren die Folgen der Austrocknung festhält.
Das Techno-Festival, organisiert von Odil Mukamedow, hat das Ziel, Menschen an diesen apokalyptischen Ort zu bringen, damit sie mit eigenen Augen sehen, welche Zerstörung hier angerichtet wurde und wie sich die ökologische Situation und die Wasserknappheit anfühlen. Trotz logistischer Herausforderungen findet das Festival bewusst in Moynaq statt, einem ehemaligen Fischerhafen, der heute mehr als 10.000 Menschen beheimatet.
Der Aralsee trocknete aus, weil in der Sowjetzeit ab den 1960er Jahren riesige Wassermengen aus den Zuflüssen für die Bewässerung von Baumwollfeldern abgezweigt wurden. Dies führte dazu, dass kaum noch Wasser im See ankam, er schrumpfte, versalzte und fast alles Leben darin verschwand. Elf Jahre später ist der See stark zusammengeschrumpft [08:45], und die Verdunstung, die früher die Nordwinde bremste, fehlt nun. Der Wind verteilt ungehindert Salz, Sand und Staub in der ganzen Region und darüber hinaus. Ein neuer Plan sieht vor, alles mit Saxaul zu bepflanzen, einer Pflanze, die extrem langsam wächst.
Trotz der Tragödie sehen manche im Tourismus und Festivals wie Stihia eine Chance für die Region. Das DJ-Duo Laut 373, bestehend aus Aki und Rustam, betont die Bedeutung, immer wieder daran zu erinnern, dass das Wasserproblem real ist und viele Menschen betrifft. Die älteren Generationen erzählen noch heute wie von einem Märchen von der Zeit, als der Aralsee noch existierte. Die Hoffnung bleibt, dass der See eines Tages zurückkehrt, was eine riesige Hilfe für die Menschen vor Ort wäre.


