10 „unschöne“ Reisekrankheiten


Eine Urlaubsreise in ein anderes Land gönnt man sich doch gerne zumindest einmal im Jahr. Den Alltag hinter sich lassen und eine schöne Zeit mit der Familie oder mit Freunden verbringen. Was jedoch gut für die Seele sein kann, kann gleichzeitig Folgen für die Gesundheit haben. Mit Sicherheit sind bestimmte Krankheiten auch in Europa vertreten, jedoch eher in anderen Ländern verbreitet. Sie haben sicherlich bereits von manchen Krankheiten gehört, welche Sie in einem bestimmten Land erwarten können. Hier haben wir Ihnen 10 Krankheiten aufgelistet und beschrieben. (Quellen: Auswärtiges Amt, Krankenkasse Online Vergleich)

Malaria

Malaria ist eine Infektionskrankheit, welche in mehr als 100 Ländern weltweit vorkommt. Besonders in den Tropen und Subtropen und in bevölkerungsreichen Ländern wie Asien, Afrika und Lateinamerika, ist die Krankheit vermehrt vertreten. Die dort lebenden Menschen sowie über 125 Millionen Besucher dieser Länder, sind weltweit betroffen. Übertragen wird die Infektionskrankheit über eine Reihe verschiedener Moskitos, welche hauptsächlich zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang stechen. Die Inkubationszeit beträgt ca. eine Woche – mehrere Monate. Sollten Sie früher als nach dem Ablauf einer Woche Fieberschübe bekommen, handelt es sich nicht um Malaria. Charakteristisch zeigt sich die Krankheit durch Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen, Husten, Schwäche, Durchfall und abdominale Schmerzen. Ebenso können weitere Symptome hinzukommen, welche Anzeichen von Organausfällen, wie akutes Nierenversagen, Kreislaufkollaps und generalisierte Krämpfe, aufzeigen. Diese Anzeichen sind meinst von Koma oder sogar dem Tod gefolgt. Sie können sich passiv gegen die Moskitos schützen, indem Sie Mückenabwehrspray oder Moskitonetze verwenden. Dies bietet Ihnen jedoch keinen hundertprozentigen Schutz. Bislang wurde noch kein Impfstoff entwickelt. Malaria ist heilbar, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Denguefieber

Dies ist eine über Aedes-Stechmücken übertragbare Viruserkrankung. Sie gilt weltweit als die häufigste durch Mücken übertragene virale Erkrankung. Oft äußert sich Denguefieber als akute fiebrige Krankheit mit starken Kopf-, Muskel-, Knochen- und Gliederschmerzen. Die Betroffenen erholen sich meist nach wenigen Tagen wieder. Jedoch kann das Denguefieber auch zu schweren Komplikationen, bis hin zum Tod führen. Vor allem in Südostasien, Pakistan, Afghanistan, Indien, Hawaii, Süd- und Mittelamerika, Afrika und Australien, ist die Viruserkrankung stark verbreitet. Die Zeit zwischen dem Stich der Aedes-Mücke und dem Auftreten der ersten Symptome beträgt 3 – 14 Tage, in der Regel 7 – 10 Tage. Bei der Behandlung von Denguefieber kann nicht der Erreger selbst, sondern lediglich die auftretenden Symptome behandelt werden. Eine Impfmöglichkeit gibt es bisher noch nicht. Sie können sich lediglich selbst gegen die Stiche schützen, was jedoch nicht immer erfolgreich verläuft.

Hepatitis A

Hier handelt es sich um das Hepatitis-A-Virus (HAV). Das Virus kommt weltweit vor, jedoch besonders an Orten mit schlechten sanitären Bedingungen. Die Erkrankung kommt in Europa im Süden öfter vor als im Norden. Besonders in Ländern mit niedrigem Hygienestand und tropischen Gebieten ist das Virus verbreitet. Hepatitis A wird fäkal-oral übertragen, wie beispielsweise durch die gemeinsame Nutzung einer Toilette oder Handtüchern. Die Viren werden über den Stuhl ausgeschieden. Ebenso kann das Virus über Blutkontakt übertragen werden. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sechs Wochen. Plötzliches Einsetzen von Fieber, Unwohlsein, Brechreiz und abdominalen Beschwerden, welche einige Tage später von Gelbsuche gefolgt werden, sind Anzeichen für eine Infektion. Die Todesrate bei über 40jährigen beträgt ca. zwei Prozent und bei über 60jährigen ca. vier Prozent. Sie können sich gegen Hepatitis A impfen lassen. Es sind insgesamt zwei Impfungen im Abstand von sechs Monaten.

Gelbfieber

Das Virus ist in einigen Gebieten Afrikas und Zentral- und Südamerikas verbreitet. Das Gelbfieber-Virus wird durch Stechmückenweibchen übertragen und zwar beim Stich von Affen auf Menschen oder von Mensch zu Mensch. Die Inkubationszeit beträgt ca. drei bis sechs Tage. Bereits nach dem Mückenstich vermehrt sich das Virus im Organismus. Ein schneller Fieberanstieg geht mit schweren Kopf- und Muskelschmerzen sowie Übelkeit einher. Häufig werden die Symptome von einem verlangsamten Puls und einer Binderhautentzündung begleitet. Nach etwa einem Tag werden die Organe beteiligt. Hier kann es zu Leber- und Nierenversagen kommen, welche in bis zu 50 Prozent das Koma oder gar den Tod zur Folge haben. Die Behandlung wird symptomatisch durchgeführt, da es für das Gelbfieber direkt keine Medikamente gibt. Sie können sich zehn Tage vor der Anreise impfen lassen. Dieser Impfschutz wirkt nach aktuellen Angaben ein Leben lang.

Cholera

Hier handelt es sich um eine bakterielle Infektion, welche zu schweren Durchfällen und lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen kann. Die Übertragen erfolgt meist über bakteriell verunreinigtes Trinkwasser. Besonders der indische Subkontinent, Afrika und Südamerika gelten als Risikogebiete. Die Infektion erfolgt über die Aufnahme von Lebensmitteln oder Wasser, welches verunreinigt wurde. Cholera befällt ausschließlich Menschen. Ab der Ansteckung bis zum Auftreten erster Symptome, vergehen wenige Stunden bis zu fünf Tage. Oft verläuft die Erkrankung mit nur milden Symptomen, wie leichten Durchfällen und Bauchkrämpfen. Die schwere Form von Cholera geht jedoch mit wässrigen Durfällen und Erbrechen einher. Das Hauptproblem ist der hohe Flüssigkeitsverlust, welcher weitere Folgen mit sich bringt. Die Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden durch Kreislaufversagen auch tödlich enden. Bei der Behandlung steht der Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes im Vordergrund. Eine Impfung ist möglich. Hier handelt es sich in Deutschland um eine Schluckimpfung. Diese bietet einen 85-prozentigen Schutz.

Typhus

Hier handelt es sich um eine Infektionskrankheit, deren Bakterien (Salmonellen) schwere Durchfälle verursachen. Meist infizieren sich Menschen durch verseuchtes Trinkwasser und Nahrungsmittel. Typhus kommt weltweit vor. Jedoch häufig an Orten mit schlechten Hygienebedingungen. Besonders betroffen sind Länder wie Afrika, Südamerika und Südostasien. Die Erkrankung beginnt mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Fieber und kann mit Komplikationen wie einer Hirnhautentzündung einhergehen. Die Inkubationszeit beträgt 2 – 21 Tage, jedoch in der Regel 10 – 14 Tage. Eine Impfung ist möglich. Der Impfstoff wird als Lebensimpfstoff in einer Kapsel, oral, in drei Dosen mit jeweils zwei Tagen Abstand, verabreicht.

ZIKA-Virus

ZIKA-Viren werden meist durch Stiche von Mücken übertragen. Der Erreger breitet sich aktuell insbesondere in Mittel- und Süsamerika aus. Jedoch sind auch andere Länder und Kontinente betroffen. Die Infektion verläuft meist ohne oder mit nur schwachen, grippeähnlichen Symptomen. Am häufigsten werden Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Hautausschlag, Fieber und eine Binderhautentzündung geschildert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit erzeugt eine bereits durchgemachte Infektion eine lebenslange Immunität. Bislang existiert keine zugelassene Impfung gegen ZIKA-Viren. Die Symptome werden meist mit schmerz- und fiebersenkenden Mitteln, Bettruhe und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr behandelt.

Tollwut

Tollwut ist Ihnen sicherlich bei Tieren bekannt. Jedoch können sich auch Menschen damit infizieren. Die meisten menschlichen Infektionen kommen in den Entwicklungsländern vor. Die Infektion findet hauptsächlich über Speichelkontakt mit Tieren statt. Besonders gefährdet ist man an verletzten Hautstellen oder durch Biss- und Kratzwunden. Aber auch durch ungewaschene Hände, nach Tierkontakt, mit denen man dann an die Augen-, Nasen, oder Mundschleimhaut gelangt, kann man sich infizieren. Die Inkubationszeit beträgt meist 20 bis 70 Tage. Tollwut ist eine akute Virusinfektion, welche fast ausnahmslos tödlich endet. Gelangt das Virus in den Körper, wandert es weiter in die Nervenbahnen im Rückenmark. Von dort aus gelangt es in das Gehirn. Die ersten Symptome einer Infektion sind Kopfschmerzen, Fieber, Unwohlsein und eine gewisse Ängstlichkeit. Im Verlauf treten Halluzinationen, Nervosität und Angstzustände auf. Nach nur wenigen Tagen nach Krankheitsbeginn tritt der Tod ein. Behandlungsmöglichkeiten gegen Tollwut gibt es nicht. Allein die einzelnen Symptome können gelindert werden. Patienten müssen isoliert werden, da der Speichel, die Tränen und auch der Urin hoch ansteckend sind. Eine Impfung gegen Tollwut ist möglich. Der Schutz beginnt ca. zwei Wochen nach der ersten Impfung und dauert ca. fünf Jahre an.

Tuberkulose

Diese ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Besonders verbreitet ist diese Krankheit in Südostasien, Afrika und den ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Infektion findet über das Einatmen der Erreger statt und wird als Tröpfcheninfektion bezeichnet. In den häufigsten Fällen wird die Lunge durch die Erreger befallen. Hier beginnt die Krankheit mit Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Ebenso können Fieber, nächtlichen Schwitzen und ungewollter Gewichtsverlust auftreten. Typisch sind eben so langanhaltender Husten und Schmerzen beim Atmen. Eher seltener ist der Befall der Organe. Hier breiten sich die Bakterien in der Blutbahn aus und können andere Organe befallen. Die Behandlung der Tuberkulose findet mit Antibiotika statt und heilt, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wurde, folgenlos aus. Eine Impfung wird seit 1998 in Deutschland nicht mehr empfohlen

Reisedurchfall

Die wohl bekannteste Reisekrankheit ist der Reisedurchfall. Ein unkomplizierter Reisedurchfall klingt meist nach nur wenigen Tagen von alleine wieder ab. Er kann durch Viren, Bakterien, Schmierinfektionen oder verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen werden. Halten die Beschwerden jedoch länger an und kommen Bauchschmerzen, Krämpfe, Fieber, Hautausschlag oder Anzeichen für Flüssigkeitsmangel hinzu, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. In diesem Fall besteht nicht nur die Gefahr der Dehydrierung sondern auch das Risiko einer ernsthaften Erkrankung. Treten also die ersten Anzeichen auf, klingen diese meist nach ein paar Tagen wieder ab. Kommen andere Symptome hinzu, lassen Sie dies in jedem Fall vom Arzt abklären.

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