Seit rund 5.000 Jahren wird in Indien nach den Gesundheitslehren des Ayurveda gegessen und behandelt. Vor etwa 2.700 Jahren wurden erstmals yogaähnliche Praktiken erwähnt. Wer die Wiege der östlichen Wellness erfahren möchte, der sollte nach Indien reisen.

Faszinierende Kontraste

Urlauber, die aus Europa nach Indien fliegen, landen an den Flughäfen einer Metropole wie Delhi, Mumbai oder Bangalore. Auch das Strandparadies Goa verfügt über einen eigenen, internationalen Airport.

Egal, wo die Maschine aufsetzt, die Passagiere erwartet zunächst ein pulsierendes Chaos. Menschenmassen, hupende Rikschas, rasende LKWs und dazwischen heilige Kühe, Bettler und Hunde – so sieht das typische Strassenbild der Megacitys des Landes aus. Wer bisher nicht meditiert hat, sollte im spätestens im Taxi damit anfangen. Ab dem Zeitpunkt, ab dem der Besucher lernt zu vertrauen und entspannen, wird der die Schönheit des Subkontinents wahrnehmen.

Frauen stolzieren in schillernden Saris vor den Häuserzeilen. Auf klapprigen Holzständen türmen sich bunte Obst- und Gemüsetürme. An den Strassenecken sitzen Männer bei einem dampfenden Chai-Tee zusammen. Dazwischen spicken reich verzierte Tempelanlagen das Stadtbild.

Wer zur Wellness nach Indien kommt, der sollte die Metropolen nur kurz streifen. Beim Stopp am Taj Mahal oder Roten Fort werden ein paar Schnappschüsse gesammelt. Diese verarbeitet die App von Karten-Paradies direkt zum perfekten Foto. Danach geht es weiter in abgelegenere Gegenden, die sich wesentlich besser zum Erholen eignen.

Goa – Sonnengruss am Indischen Ozean

Einen sanften Indien-Einstieg ermöglicht der Urlaub im kleinsten Bundesstaat des Landes – Goa. Die Region mit dem höchsten BIP pro Kopf ist vergleichsweise wohlhabend. Entsprechend besteht eine gute Infrastruktur aus renommierten Wellnesshotels, Yogaschulen und medizinischer Versorgung. Nicht nur am frühen Morgen praktizieren Yogis gerne ihre Asanas am hellen Sandstrand, auch abends bietet das Arabische Meer eine zauberhafte Kulisse für Meditation und die letzten Stretching-Übungen im Sonnenuntergang.

Zu den besten Resorts Goas zählt das Taj Exotica bei Benaulim. Das mehrfach preisgekrönte 5-Sterne-Hotel thront direkt am 800 m langen, weissen Sandstrand. Urlauber relaxen in der 23 Hektar grossen Gartenanlage genauso gerne, wie im Jiva-Spa. Das ausgezeichnete Wellnesszentrum verwöhnt die Gäste mit Massagen, Peelings und Ayurveda-Behandlungen. In Kombination mit Yoga und Meditation gewinnen die Urlauber Abstand vom Alltag und finden ihr inneres Gleichgewicht. Die Anlage ist im eleganten Kolonialstil gehalten.

Wer den verspielten, leichten Bali-Style bevorzugt, der findet ihn nicht nur im Hotel The Mulia auf der indonesischen Trauminsel, sondern auch im 5-Sterne-Resort Alila Diwa in Betalbatim, Süd-Goa. Einer der Vorteile einer Reise nach Indien ist, dass es nur durchschnittlich 13 Flugstunden von Zürich entfernt liegt, Bali dagegen 16,5 Stunden.

Vom Infinity-Pool des Alila Diwa aus ruht der Blick auf Palmenhainen und saftigen Feldern. Das Alila Spa offeriert verschiedene Programme, die unter anderem die Konsultation eines Ayurveda-Arztes, Workshops, Yoga und Meditation beinhalten.

Sowohl das Taj Exotica als auch das Alila Diwa zeichnen sich als Familien-Unterkünfte aus. Während die Erwachsenen sich im Spa verwöhnen lassen, sind die Kleinen bestens in den Kinderclubs versorgt.

Beste Reisezeit: November bis März sind die besten Monate für einen Urlaub in Goa. Dann regnet es kaum, die Sonne scheint und die Luftfeuchtigkeit ist verhältnismässig gering.

Kerala – exklusive Ayurvedakuren am feinen Sandstrand

Der südindische Bundesstaat Kerala begeistert nicht nur mit seinen palmengesäumten Stränden, den Kaffee-, Tee- und Gewürzplantagen, sondern mit hervorragenden Wellness-Behandlungen. Das Ministerium für Tourismus von Kerala führte vor einigen Jahren einen Zulassungsprozess für Wellness-Dienstleister ein, sodass eine hohe Qualität der Angebote garantiert ist.

Insbesondere die traditionellen Ayurveda-Kuren sind eine Attraktion der Region. Dabei erfolgt zunächst die Untersuchung durch einen Ayurveda-Arzt, der unter anderem durch Pulsmessung und die Begutachtung der Zunge sowie zahlreiche Fragen die Konstitution des Patienten erfährt. In der Lehre des Ayurveda gibt es die drei Doshas:

  • Vata
  • Pitta
  • Kapha

Dabei handelt es sich um drei Energien, die in jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung vorkommen. Ziel ist es, dass alle drei Doshas ausgeglichen sind. Je nachdem, welche Energien im Körper dominieren, setzt der Arzt unterschiedliche Therapieformen an.

Meistens wird eine Panchakarma-Kur empfohlen. Darunter versteht man eine fünffache Reinigung des Organismus durch eine fettfreie Diät, Massagen, Wärmeanwendungen und Yoga. Die Kur sollte mindestens zwei besser aber drei Wochen durchgeführt werden. Bekannteste Anwendung dabei ist vermutlich der Stirnguss, bei dem warmes Öl aus einer Metall-Schale auf das Dritte Auge des Patienten läuft.

 

Wellness in Indien: Eine Reise zum Ursprung von Yoga und Ayurveda

Wellness in Indien: Eine Reise zum Ursprung von Yoga und Ayurveda

Das Somatheeram Ayurvedic Health Resort überzeugt mit beinahe 30-jähriger Erfahrung. Es wurde bereits zehnmal mit dem Preis “Best Ayurvedic Center” ausgezeichnet. Die unmittelbare Strandlage in der Nähe des kleinen Dorfes Chowara lädt zum Abschalten ein. Auch wenn auf der Homepage des Hotels die verschiedenen Ayurveda-Anwendungen ausführlich erklärt sind, bestimmt schlussendlich der behandelnde Arzt, welches Verfahren für den Gast optimal geeignet ist.

Beste Reisezeit: Ideale Monate für einen Urlaub in Kerala sind November bis Februar.

Rishikesh – Welthauptstadt des Yoga

Eingebettet am Fusse des Himalaya-Gebirges liegt die Stadt Rishikesh zu beiden Seiten des Ganges. Der heilige Fluss ist hier noch sauber genug, dass er einheimischen und internationalen Gläubigen für rituelle Waschungen dient. Die Stromschnellen und Strömungen sind dabei allerdings nicht zu unterschätzen. Urlauber sollten lieber Abstand von der Methode nehmen.

An den Ufern reihen sich Ashrams an Yogaschulen, Restaurants und Meditationszentren. Heilige Männer in orangefarbenen, gelben und weissen Gewändern durchstreifen die kleinen Gassen rund um die weltberühmten Brücken Ram Jhula und Laxman Jhula.

 

Wer Aufnahmen von Einheimischen machen möchte, der sollte vorab immer um Erlaubnis bitten. Übrigens können Fotopostkarten auch direkt in der App von Karten-Paradies.de erstellt werden. Der beeindruckende Bildergruss landet anschliessend direkt im Posteingang der Lieben zu Hause oder auf den Social-Media-Kanälen der Reisenden.

Rishikesh ist eine heilige Stadt der Hindus. Der Verzehr von Fleisch, Fisch, Eiern und Alkohol ist verboten. Unzählige Yoga-Lehrer aus aller Welt absolvieren ihre Ausbildung in einer der Schulen vor Ort. In den Ashrams ziehen sich Urlauber zum Beten und Meditieren zurück. Zu den berühmtesten Gästen der Stadt zählen sicher die Beatles, die im Februar des Jahres 1968 nach Rishikesh kamen. Ihr Ziel war das Ashram von Maharishi Mahes Yogi. Dort besuchten die Bandmitglieder einen Fortbildungskurs in transzendentaler Meditation. Mittlerweile ist das Areal des Ashrams verwaist, kann aber gegen Gebühr besucht werden.

Zu den grössten und beliebtesten Ashrams zählen heute das Parmath Niketan und das Sivananda Ashram in Rishikesh. Beide liegen in der Nähe der Brücke Ram Jhula. Wer sich nicht für einen asketischen Aufenthalt in den klosterähnlichen Meditationszentren entscheiden möchte, der sollte dennoch zum Sonnenuntergang an den Ganges kommen. Vor den Toren von Parmath Niketan findet jeden Abend die vielleicht beeindruckendste Ganga Arti statt. Mit Musik und Feier wird im Rahmen dieser Zeremonie Mutter Ganges für die Nacht verabschiedet. Besucher sind herzlich willkommen.

Übernachtungen gibt es in Rishikesh für jedes Budget. Dabei wird der Standard der Unterkünfte seit Jahren stetig besser. Das mag vermutlich auch an der steigenden Zahl von Besuchern liegen. Ein empfehlenswertes, familiäres Hotel zum kleinen Preis ist das Seventh Heaven Inn im Ortsteil Tapovan. Persönliche Gästebetreuung steht im Vordergrund. Eine hauseigene Yoga-Shala liegt im Obergeschoss.

Direkt in der Nachbarschaft befindet sich das elegante Resort Dewa Retreat mit gigantischem Blick auf die umliegenden Berge und eigenem Pool. Im Restaurant wird regionales Bio-Essen angeboten. Ausserdem wird täglich Yogaunterricht im Hotel abgehalten.

Ein Luxustraum ist der ehemalige Maharadscha-Palast, in dem heute das Hotel Ananda untergebracht ist. Es liegt in den Gipfeln über Rishikesh und fasziniert mit Eleganz, höchster Qualität und einem gigantischen Panoramablick. Im Spa werden unter anderem Ayurveda- und Detox-Kuren angeboten. Ein Blick auf den Veranstaltungskalender verrät, dass regelmässig Yoga-Retreats und Workshops stattfinden.

Zur Anreise nach Rishikesh empfiehlt sich ein Langstreckenflug bis Delhi. Anschliessend geht es entweder mit dem Taxi für rund sechs Stunden in die Yogahauptstadt oder mit dem Flugzeug weiter bis in die Stadt Dehradun, die nur etwa 30 Minuten von Rishikesh entfernt liegt.

Beste Reisezeit: Rishikesh bietet gute klimatische Bedingungen ab Februar bis Mai sowie ab September bis November.

Für Asien-Anfänger mag ein Retreat auf Koh Samui in Thailand oder auf Bali einen leichteren Einstieg darstellen. Indien rüttelt die Seele und den Geist wach. Indien ist vielfach eine Herausforderung an die Geduld der Menschen. Indien ist laut, chaotisch und dennoch wunderschön.

Urlauber, die eine lebensverändernde Erfahrung machen möchten, sollten am Ganges meditieren oder den Sonnengruss an Goas Stränden praktizieren. Wer zum ersten Mal nach Indien kommt, der bucht idealerweise eine Pauschalreise inklusive Wellnesspaket im Voraus, dann ist von der Ankunft am Flughafen bis zur Abreise alles organisiert.

Print Friendly, PDF & Email